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Hospiz- und Palliativarbeit im Landkreis

8.1 Hospizarbeit


Hospizarbeit hat sich zum Ziel gesetzt, das Sterben als wichtigen Teil des Lebens ins öffentliche Bewusstsein zu rufen und damit den Sterbenden und ihren Angehörigen ein würdevolles Leben zu ermöglichen. Im Mittelpunkt stehen der schwerkranke Mensch und die ihm Nahestehenden. Die angebotene Unterstützung richtet sich nach deren Bedürfnissen. Dabei ist ein vorrangiges Ziel, dem Kranken – soweit erwünscht – ein Sterben zu Hause zu ermöglichen. Dies geschieht durch den Aufbau einer interdisziplinären Versorgungsstruktur, an der meist Pflegedienst,
Hausarzt und ambulanter Hospizdienst beteiligt sein können und eng zusammen arbeiten. Bei Bedarf wird die Versorgung durch andere Dienste und Berufsgruppen, wie z. B. die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV), Sozialarbeiter, Seelsorger oder Krankengymnasten
ergänzt.


8.1.1 Ambulant tätige Hospizdienste


Ambulante Hospizdienste unterstützen durch Beratung und die Vermittlung von ehrenamtlichen Hospizbegleitern/-(inne)n. Deren Aufgaben bestehen darin, die schwerkranken und sterbenden Menschen und ihre Zugehörigen in ihrer gewohnten Umgebung wertschätzend zu begleiten
und zu unterstützen. Die Begleitungen erfolgen unabhängig von Herkunft, religiöser Überzeugung, sozialer Stellung und finanziellen Möglichkeiten.


Elisabeth-Hospiz-Verein Dachau e. V.
Landsberger Str. 11, 85221 Dachau
Telefon: 08131 298-1006, Mobil: 0151 16743713
Internet: www.hospizvereindachau.de


8.1.2 Stationäres Hospiz in Ingolstadt


Falls eine häusliche medizinische und pflegerische Versorgung aufgrund der Schwere der Erkrankung ausscheidet, kann der betroffene Patient im Elisabeth-Hospiz in Ingolstadt versorgt werden.


Das Elisabeth-Hospiz in Ingolstadt bietet Menschen mit schweren Erkrankungen den Raum für ein würdevolles Leben mit ihrer Krankheit und ein würdevolles Abschiednehmen.


Die Bewohner des Hospizes können die letzte Phase ihres Lebens selbstbestimmt, in Würde und nach Vorstellungen entsprechend gestalten. Dies erfolgt aufgrund bestmöglicher
schmerzmedizinischer Versorgung, in der Regel frei von Schmerzen.


Die hier lebenden Gäste werden in ihrer Eigenständigkeit gefördert und in ihrer Selbstverantwortung und Entscheidungsfähigkeit unterstützt.


Die entstehenden Kosten für diesen Aufenthalt werden seit 2009 komplett von den Krankenkassen übernommen.


Elisabeth-Hospiz Ingolstadt GmbH
Unterer Graben 26 b, 85049 Ingolstadt
Telefon: 0841 8855560, Telefax: 0841 88555666
E-Mail:


8.2 Palliative Versorgung


Der medizinische Fortschritt und die sich daraus entwickelten Möglichkeiten, Leben zu erhalten, fordern unsere Gesellschaft geradezu heraus, die Fragen, die sich nicht zuletzt aus der Gesetzgebung und Rechtsprechung zum Thema „Abbruch von lebenserhaltenden Maßnahmen“ ergeben, zu beantworten und den Betroffenen, aber auch den Angehörigen und allen beteiligten Personengruppen zu ermöglichen, verantwortlich mit der Thematik umzugehen. „Sterben gehört zum Leben“ – an sich eine Selbstverständlichkeit, die aber gerade angesichts der Diskussionen rund um die Patientenverfügung und Fragen der Sinnhaftigkeit des Einsatzes von lebens-verlängernden Maßnahmen an gesellschaftlicher Bedeutung gewonnen hat. „Sterben in der häuslichen Umgebung umsorgt von nahestehenden Angehörigen“ ist ein Wunsch, den viele Bürger hegen, der angesichts unserer gesellschaftlichen Veränderungen aber oftmals schon nicht mehr die Regel ist. Unser Blick richtet sich daher auf die gesellschaftlichen Instrumente und medizinischen Möglichkeiten, die speziell zu dieser Thematik.


8.2.1 Palliativmedizin


Palliativmedizin ist auch ein Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und ihren Angehörigen, die mit Problemen konfrontiert sind, die mit einer lebensbedrohlichen
Erkrankung einhergehen, und zwar durch Vorbeugen und Linderung von Leiden, durch frühzeitiges Erkennen, Einschätzung und Behandlung von Schmerzen sowie anderer belastender Beschwerden körperlicher, psychosozialer und spiritueller Art (WHO, 2002).


Wichtig ist, dass eine lückenlose Versorgungskette zur Verfügung gestellt werden kann, die sowohl im häuslichen als auch im stationären Umfeld diese Dienstleistungen erbringt.


8.2.2 Spezialisierte ambulante Palliativversorgung


Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) dient dem Ziel, die Lebensqualität und die Selbstbestimmung schwerstkranker Menschen zu erhalten, zu fördern und zu verbessern und ihnen ein würdevolles Leben bis zum Tod in ihrer vertrauten häuslichen Umgebung zu ermöglichen.


Im Vordergrund steht die medizinisch-pflegerische Zielsetzung, Symptome und Leiden einzelfallgerecht zu lindern. Neben der Betreuung der betroffenen Patienten werden auch deren Angehörige/Bezugspersonen unterstützt.


Palliativteam Dachau
Augsburger Straße 39, 85221 Dachau
Telefon: 08131 2749911, Telefax: 08131 2749912
E-Mail:
Internet: www.palliativteam-dachau.de
 

8.2.3 Palliativstation am Klinikum Fürstenfeldbruck


Die Palliativstation ist eine stationäre Einrichtung der Palliativmedizin, entstanden aus der Hospizbewegung und vom selben Geist getragen. Ziel ist es, Menschen mit einer fortgeschrittenen unheilbaren Krankheit, wie z. B. Krebs, eine Linderung der Symptome zu gewähren, sodass sie den Rest des Lebens mit einer möglichst guten Lebensqualität verbringen können und – sollte es notwendig sein – einen angemessenen Raum zum Sterben zur Verfügung zu stellen.


Klinikum Fürstenfeldbruck
Dachauer Straße 33, 82256 Fürstenfeldbruck
Pflege-Leitung Erna Schenn
Telefon: 08141 994411
Telefax: 08141 994414
Internet: www.klinikum-ffb.de
Internet: www.hospiz-ingolstadt.de